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EWR kündigt Ausstieg aus dem Erdgasgeschäft an und setzt auf erneuerbare Alternativen

10. April 2026

Regionaler Energieversorger kündigt Ausstieg aus Erdgas an

Die EWR AG bereitet den schrittweisen Abschied vom Erdgas vor. Als Gründe nennt das Unternehmen verbindliche Nachhaltigkeitsziele und die zunehmende Belastung der Haushalte durch steigende Gaspreise. Vorstandssprecher Stephan Wilhelm betont, dass internationale Krisen und politische Vorgaben die Versorgungssicherheit und die Kostenentwicklung weiter verschärfen.

In Worms erklärte Wilhelm, dass absehbare Maßnahmen wie die gesetzliche Pflicht, dem Gas ab 2028 Biogas beizumischen, die Beschaffung verteuern werden. Biogas sei knapp und müsste zum Teil importiert werden, was die Preise weiter antreibe. Zugleich stehe der Klimaschutz im Zentrum der Entscheidung: Die Verbrennung von Erdgas liefere CO2 und passe nicht zur langfristigen Ausrichtung des Unternehmens.

Konkrete Folgen und Alternativen

EWR nennt kein fixes Ausstiegsdatum. Entscheidend werde die wirtschaftliche Situation der Kundinnen und Kunden sein: Sollten die Preise weiter kräftig steigen, könnten viele Haushalte kurzfristig den Bezug aufgeben. Das Unternehmen bietet bereits heute Beratung und Technik für Alternativen an, etwa Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen, und verfügt nach eigenen Angaben über das notwendige Know-how zur Installation.

  • Versorgungsregion und Kunden: Die EWR beliefert rund 260.000 Kunden in Rheinhessen, der Pfalz und dem hessischen Ried.
  • Eigentümerstruktur: Mehrheitlich tragen Kommunen Anteilseigner der EWR, darunter die Städte Worms und Alzey.
  • Historie: Die Elektrizitätswerk Rheinhessen AG wurde 1911 gegründet und hat sich zu einem regionalen Energieversorger entwickelt.

Branchendiskussion und Konkurrenz

Andere Versorger in der Region reagieren zurückhaltender. Entega verweist auf die Bedarfe der Kundinnen und Kunden und sieht einen mittelfristigen Wandel hin zu strombasierten Wärmelösungen. Die Mainzer Stadtwerke nennen fehlende Rechts- und Planungssicherheit als Hemmnis für einen schnellen Ausstieg.

EWR sieht sich mit seiner klaren Strategie deutschlandweit in einer Vorreiterrolle, räumt aber ein, dass der Verzicht auf das Gasgeschäft Mut erfordere und kurzfristig finanziell herausfordernd sein könne. Vorstandssprecher Wilhelm sagte, der Konzern wolle die Energiewende aktiv mitgestalten und die Klimawirkung seines Geschäftsmodells mindern.

Offene Fragen für Kundinnen und Kunden

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bleiben zahlreiche Fragen: Wie schnell erfolgt der Umbau der Versorgung? Welche Förderungen und Hilfen gibt es beim Umstieg auf Wärmepumpen und Solartechnik? EWR betont, dass Beratungen angeboten und entsprechende Installationsleistungen erbracht werden können.

Gleichzeitig sorgen aktuelle Probleme wie fehlerhafte Abrechnungen in der Vergangenheit für Unmut bei Teilen der Kundschaft. Parallel investiert das Unternehmen in Projekte wie ein neues Batteriespeicherwerk in Worms, das die Netzstabilität verbessern soll.

Die Debatte um den Ausstieg aus dem Erdgasgeschäft wird regional wie national weitergehen. Entscheidend werden politische Rahmenbedingungen, die Entwicklung der Energiemärkte und die finanzielle Belastbarkeit der Verbraucherinnen und Verbraucher sein.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: swr.de

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