Förderunsicherheit bedroht Modernisierung: Hermeskeiler Landwirt steht vor Millionenentscheidung
Förderunsicherheit zwingt Betreiber zu riskanten Entscheidungen
In Hermeskeil plant ein Landwirt eine aufwändige Umrüstung seiner Biogasanlage, um künftig dort Strom zu erzeugen, wo Wind und Sonne fehlen. Die Rechnung ist einfach, die Umsetzung risikoreich: Mit flexiblerer Produktion will er höhere Erlöse erzielen, doch die notwendigen Millioneninvestitionen stehen unter dem Vorbehalt staatlicher Fördermittel.
Markus Eiden betreibt eine Anlage, die derzeit rund um die Uhr Strom und Wärme liefert. Weil die staatliche EEG-Förderung für viele Anlagen in den kommenden Jahren ausläuft, verfolgt er einen teuren Umbau: Ein größerer Gasspeicher und zusätzliche Technik sollen es ermöglichen, gezielt dann Strom zu erzeugen, wenn die Einspeisung aus Wind und Solar versagt. Nach seinen Berechnungen würde die Umrüstung mehr als fünf Millionen Euro kosten.
Investitionen hängen an langen Genehmigungsverfahren
Das Problem ist nicht nur die Summe. Eiden hat noch nicht alle Genehmigungen zusammen und droht deshalb, bei den laufenden Ausschreibungen nicht mitbieten zu können. Damit sinken seine Chancen auf Fördergelder erheblich, weil die Fördertöpfe in den nächsten Jahren voraussichtlich knapper werden.
Die Folge: Pläne, die jetzt mit hohem Aufwand entwickelt werden, könnten wertlos werden, wenn sie nicht rechtzeitig gefördert werden. Eiden spricht von einer belastenden Kombination aus langen Genehmigungsfristen und kurzen, starren Förderzeiträumen.
Branche warnt vor Stilllegungen
Die Lage betrifft nicht nur einen Betrieb. Branchenvertreter melden steigende Verunsicherung: Viele Betreiber, deren EEG-Förderung ausläuft, denken über Stilllegungen nach, weil die Wirtschaftlichkeit ohne verlässliche Förderperspektive nicht mehr gegeben ist. Hersteller und Planer verlagern mittlerweile einen großen Teil ihrer Aufträge ins europäische Ausland, wo Nachfrage und Rahmenbedingungen stabiler erscheinen.
Politische Signale, aber wenig Verbindlichkeit
Das Bundeswirtschaftsministerium weist darauf hin, dass die Förderbedingungen für flexibel produzierende Biogasanlagen verbessert worden seien und das Thema in die Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes einfließe. Konkrete Zusagen zu künftigen Fördersummen oder Teilnahmebedingungen an Ausschreibungen bleiben aber aus, weil die Abstimmungen noch laufen. Für Betreiber wie Eiden bedeutet das weiterhin hohe Unsicherheit.
Für die Region ist viel auf dem Spiel: Biogasanlagen liefern zuverlässige Grundlastenergie und Wärme, schaffen regionale Wertschöpfung und halten Arbeitsplätze. Gelingt die Modernisierung, könnten die Anlagen als wichtige Brückentechnologie dienen. Scheitern die Investitionen, drohen Lücken in der Versorgung und ein Rückgang lokaler Wirtschaftstätigkeit.
Bis eine verbindliche Förderzusage vorliegt, bleibt Eiden mit seinen Plänen zurückhaltend. Er hofft auf bessere Konditionen, denn ohne Unterstützung könnte eine Investition in Millionenhöhe am Ende nicht umgesetzt werden.

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