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Längere Lebensdauer, tiefere Kosten: Studie zeigt geringere Alterung von Solaranlagen

07. April 2026

Solaranlagen altern langsamer als gedacht und bleiben länger produktiv

Cottbus – Eine groß angelegte Langzeituntersuchung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus‑Senftenberg liefert überraschend gute Nachrichten für die Energiewende. Analysen von rund 1,25 Millionen Photovoltaik‑Anlagen über bis zu 16 Jahre zeigen, dass Solarmodule im Alltag weniger schnell an Leistung verlieren als bislang angenommen.

Die Forschenden ermittelten eine mittlere jährliche Degradation von etwa 0,59 Prozent, mit einem Beobachtungsbereich zwischen circa 0,52 und 0,61 Prozent. Damit fallen frühere Annahmen von rund einem Prozent Leistungsverlust pro Jahr deutlich höher aus als die aktuellen Messergebnisse. Wichtig ist zudem: Der Verlust verläuft nicht linear, sondern verlangsamt sich mit zunehmendem Alter der Anlage.

  • Studienumfang: Daten von etwa 1,25 Millionen Anlagen in Deutschland über bis zu 16 Jahre.
  • Jährliche Degradation: im Mittel rund 0,59 Prozent, Bereich etwa 0,52 bis 0,61 Prozent.
  • Alterungsdynamik: stärkerer Leistungsverlust zu Beginn, danach langsamerer Abfall.
  • Standortfaktoren: Extreme Hitze, Frost und höhere Luftverschmutzung beschleunigen Alterung; kleinere Dachanlagen altern tendenziell langsamer als große Solarparks.

Für Betreiberinnen und Betreiber, von privaten Hausbesitzenden bis zu großen Investoren, hat das handfeste Folgen. Nach zwei Jahrzehnten läge die Leistungsfähigkeit vieler Module noch bei etwa 90 Prozent des ursprünglichen Ertrags. Ökonomisch gerechnet könnte das die Stromgestehungskosten um rund 4,8 Prozent senken und bei ambitionierten Ausbauzielen volkswirtschaftlich relevante Einsparungen bringen. Rechnet man die Ergebnisse auf das nationale Ziel von 400 Gigawatt installierter Solarleistung bis 2040 hoch, schätzen die Autorinnen und Autoren jährliche Minderkosten bei Instandhaltung und Ersatz von rund 638 Millionen Euro.

Die Studie betont außerdem die Bedeutung von Zuverlässigkeit und Wartung: Gute Betriebskonzepte und geringe lokale Umweltbelastung haben messbare positive Effekte auf die Lebensdauer. Für Politik und Finanzplanung bedeutet das mehr Planungssicherheit und eine stärkere Wettbewerbsposition der Photovoltaik gegenüber anderen Erzeugungsformen.

Fazit: Die neuen Daten stützen die These, dass Photovoltaik nicht nur technisch reifer ist als viele Modelle annehmen, sondern auch wirtschaftlich langlebiger. Das schafft Handlungsspielräume für Privathaushalte und Entscheidungsträgerinnen im Energiesektor und stärkt das Vertrauen in die langfristige Leistungsfähigkeit der Solartechnik unter realen Betriebsbedingungen.

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