Photovoltaik-Förderung 2026: Kredite, Zuschüsse und die geplanten Änderungen bei der Einspeisevergütung
Förderungen verkürzen die Amortisation privater Solaranlagen deutlich
Deutschlandweit — Wer 2026 in eine Photovoltaik-Anlage investiert, trifft auf ein Geflecht aus staatlichen Krediten, regionalen Zuschüssen und der EEG-Einspeisevergütung, das die Wirtschaftlichkeit spürbar verbessern kann. Dennoch steht die Branche vor Veränderungen: Das Bundeswirtschaftsministerium plant Einschnitte bei der EEG-Förderung, die die Kalkulation künftiger Anlagen beeinflussen werden.
Welche staatlichen Hilfen gibt es?
Der Bund unterstützt Photovoltaik-Projekte vor allem über zinsgünstige Kredite der KfW und steuerliche Erleichterungen. Anlagen und Batteriespeicher bis 30 kWp sind seit 1. Januar 2023 von der Umsatzsteuer befreit. Damit sinkt die Anschaffungsrechnung deutlich. Zusätzlich zahlen viele Länder und Kommunen eigene Zuschüsse oder Tilgungszuschüsse.
KfW 270: Kredit für Kauf, Montage und Speicher
Das KfW-Programm Erneuerbare Energien – Standard 270 bietet Privatpersonen vergünstigte Darlehen für die Anschaffung und Installation von Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeichern. Laufzeiten reichen von 5 bis 30 Jahren, mit verschiedenen Optionen für tilgungsfreie Anfangsjahre und Zinsbindungen. Zum Stand April 2026 lag der bestmögliche effektive Jahreszins bei etwa 3,80 Prozent. Der Kredit umfasst neben den Modulkosten auch Planung, Projektierung und Montage. Voraussetzungen und Konditionen prüft die Hausbank; ein Antrag muss vor Vertragsabschluss gestellt werden.
Einspeisevergütung nach EEG und die geplante Reform
Besitzerinnen und Besitzer von PV-Anlagen erhalten für überschüssigen Strom eine Vergütung vom Netzbetreiber. Für Anlagen mit Inbetriebnahme zwischen 1. Februar und 31. Juli 2026 gelten beispielhaft folgende Sätze:
- 0 bis 10 kWp: Teileinspeisung 7,78 ct/kWh, Volleinspeisung 12,34 ct/kWh
- 10 bis 40 kWp: Teileinspeisung 6,73 ct/kWh, Volleinspeisung 10,35 ct/kWh
- 40 bis 100 kWp: Teileinspeisung 5,50 ct/kWh, Volleinspeisung 10,35 ct/kWh
Die Fördersätze sinken in festgelegten Schritten und bleiben nach Beantragung 20 Jahre lang konstant. Zugleich plant das Wirtschaftsministerium, die EEG-Vergütung für neu installierte Anlagen bis 25 kWp abzuschaffen und stattdessen eine stärkere Direktvermarktung über die Strombörse vorzusehen. Das würde die Einnahmeseite neuer Kleinanlagen verändern und erfordert genauere Kalkulationen bei Investitionsentscheidungen.
Regionale Zuschüsse von Städten und Gemeinden
Viele Kommunen ergänzen Bundesförderungen mit eigenen Investitionszuschüssen. Wer vor Ort wohnt und installiert, kann so zusätzliche Unterstützung bekommen; in einzelnen Kommunen sind Förderbeträge bis zu 10 000 Euro möglich. Attraktive Programme gibt es unter anderem in Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf. Regionale Budgets sind oft begrenzt, ein frühzeitiger Antrag empfiehlt sich.
Auswahl ausgewählter Landesprogramme
- Baden-Württemberg: Zinsgünstige Darlehen der L-Bank fuer Installation, Erweiterung oder Modernisierung von PV-Anlagen und Stromspeichern, Laufzeiten 5 bis 30 Jahre.
- Berlin: Programm SolarPLUS mit Zuschüssen bis zu 30 000 Euro, auch fuer denkmalgeschuetzte Gebaeude, Fassaden und Gruendaecher sowie Dachgutachten.
- Bremen: Darlehen bis 50 000 Euro fuer PV-Anlagen, Wechselrichter und Speicher, Laufzeiten 4 bis 10 Jahre.
- Hamburg: Foerderung von Solar- und Gruendaechern, die Stadt uebernimmt 40 bis 60 Prozent der foerderfaehigen Kosten bis maximal 50 Euro pro Quadratmeter.
- Sachsen: Sachsenkredit Energie und Speicher mit Darlehen und Tilgungszuschussen bis zu 20 Prozent der foerderfaehigen Ausgaben bei groesseren Anlagen.
In anderen Bundeslaendern existieren derzeit keine spezifischen Landesfoerderungen fuer private PV-Anlagen und Speicher. Daher lohnt sich ein Blick in die jeweilige Kommunalverwaltung und in die Foerderdatenbank des Bundes, um aktuelle Programme zu finden.
Praxisratgeber und entscheidende Schritte
Wer eine Photovoltaik-Anlage plant, sollte folgende Schritte beachten:
- Förderangebote bundesweit und lokal vergleichen, auch Regionalfoerderungen recherchieren.
- Hausbank oder Finanzberater fuer KfW-Antrag und Kreditkonditionen fruehzeitig ansprechen; Antrag muss vor Abschluss von Kaufvertraegen gestellt werden.
- Umsatzsteuerbefreiung fuer Anlagen bis 30 kWp einplanen und die Moeglichkeit kombinierter Foerderungen prüfen.
- Bei Plaenen fuer kleine Anlagen die geplante EEG-Reform beruecksichtigen und Alternativen wie Eigenverbrauchsoptimierung oder Direktvermarktung kalkulieren.
Fazit: Eine kluge Kombination aus KfW-Kredit, regionalen Zuschussen und der EEG-Vergütung kann die Rentabilitaet privater Solarsysteme 2026 deutlich verbessern. Wegen angedachter Aenderungen bei der Einspeisevergütung sollten Kaufentscheidungen jedoch sorgfaeltig gerechnet und aktuelle Foerderbedingungen regelmaessig geprueft werden.

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