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Starker Wind zum Jahresstart 2026 drückt Strombörsenpreise deutlich

03. April 2026

Windstrom wächst kräftig und entlastet den Strommarkt

Münster — Die Stromproduktion aus Windkraft hat Deutschland zum Jahresanfang 2026 merklich entlastet. Eine Auswertung der ENTSO-E-Daten durch das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien in Münster zeigt, dass die Windstromerzeugung im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent gestiegen ist.

Die onshore-Erzeugung legte um 23,1 Prozent auf 33,1 Milliarden kWh zu, die offshore-Produktion stieg sogar um 44,8 Prozent auf 9,7 Milliarden kWh. Als Treiber nennen die Analysten neben einem Nettozubau von mehr als 5 000 Megawatt im Jahr 2025 vor allem günstigere Windverhältnisse im ersten Quartal 2026.

Gleichzeitig sanken die durchschnittlichen Börsenstrompreise in Deutschland von 11,2 auf 10,2 Cent pro kWh, ein Rückgang um 8,9 Prozent. IWR-Geschäftsführer Dr. Norbert Allnoch kommentiert: «Der kräftige Anstieg der Windstromproduktion hat den Strommarkt deutlich entlastet. Ohne diesen Zuwachs hätte Deutschland verstärkt auf vergleichsweise teure Gaskraftwerke zurückgreifen müssen».

Hintergrund ist das Merit Order Prinzip an der Strombörse: In jeder 15-Minuten-Auktion bestimmt das zuletzt eingesetzte, meist teuerste Kraftwerk den Preis, den dann alle Marktteilnehmer erhalten. Bei aktuellen Gaspreisen von rund 48 Euro pro MWh und einem angenommenen Wirkungsgrad von 50 Prozent ergeben sich allein aus den variablen Brennstoffkosten Gaskraftwerkskosten von etwa 9,5 Cent pro kWh. Je stärker erneuerbarer Strom die Gaskraftwerke verdrängt, desto niedriger fällt der marktbestimmende Abräumpreis aus.

Für Verbraucher und Industrie wirken sich diese Effekte kurzfristig in niedrigeren Börsenpreisen aus. Ob und wie stark sich diese Entlastung nachhaltig auf Endkundenpreise auswirkt, hängt vom weiteren Ausbau der Erneuerbaren, dem Gaspreisniveau, Netzengpässen und dem Einsatz von Speichern und Flexibilitätsoptionen ab.

Das IWR kündigt weitergehende Analysen zu regionalen Unterschieden, Netzengpassmanagement und den Herausforderungen bei der Integration von Wind- und Solarstrom an.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: energiejobs.de

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