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Verbraucherpreise in Rheinland-Pfalz erreichen 2,9 Prozent – Energie treibt Inflation

06. April 2026

Verbraucherpreise in Rheinland-Pfalz steigen im März deutlich

Die Verbraucherpreise in Rheinland-Pfalz lagen im März 2026 um 2,9 Prozent über dem Vorjahresmonat. Damit verzeichnet das Statistische Landesamt die höchste Inflationsrate seit Dezember 2024 und übertrifft den Bundesschnitt von 2,7 Prozent.

Die Gründe sind klar: Vor allem die Energiepreise sind zuletzt stark gestiegen. Für viele Betriebe und Haushalte bedeutet das spürbare Mehrkosten. Bäcker Ralf Andrae aus Wald-Böckelheim beschreibt die Lage aus der Praxis: Die Öfen brauchen viel Energie, deshalb werde besonders sparsam gearbeitet und kleinere Brote gebacken, um den Verbrauch zu drosseln. Auch Rohstoffpreise setzen ihm zu, Kürbiskerne seien bereits bis zu 20 Prozent teurer geworden, Händler warnen sogar vor weiteren Steigerungen. Andrae sagt dazu «Wir müssten dann schauen, ob wir die Kürbiskernbrötchen und Kürbiskernbrote aus dem Sortiment nehmen».

Markante Zuwächse bei Kraftstoffen und Heizöl

Die stärksten Preissprünge verzeichneten im März Mineralölprodukte: Kraftstoffe waren im Schnitt 25,6 Prozent teurer als vor einem Jahr, Heizöl verteuerte sich um 25,1 Prozent. Gas und feste Brennstoffe blieben nahezu stabil, während Strom um 4,2 Prozent und Fernwärme um 1,2 Prozent günstiger wurden. Ohne die Energiepreise hätte die Inflationsrate in Rheinland-Pfalz im März bei 2,2 Prozent gelegen.

Lebensmittelpreise uneinheitlich

Im Lebensmittelbereich differenzierten sich die Entwicklungen: Insgesamt waren Nahrungsmittel im Schnitt rund ein Prozent teurer als im Vorjahr. Besonders kräftig teurer wurden Obst sowie Fleisch und Fleischwaren mit Zuwächsen von mehr als drei Prozent. Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren stiegen um 8,4 Prozent. Demgegenüber fielen Preise für Speisefette und Speiseöle deutlich (minus 15,5 Prozent), Butter sank um 26 Prozent, Quark um 23 Prozent; Molkereiprodukte und Eier lagen im Mittel 3,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Kerninflation gedämpft

Die sogenannte Kerninflation, also die Preisentwicklung ohne Energie und Lebensmittel, ging im März leicht zurück. Dienstleistungen und Waren zeigten gegenüber dem Vormonat eine moderate Abkühlung. Ökonominnen und Ökonomen beobachten die weitere Entwicklung aufmerksam, weil anhaltend hohe Energiekosten nicht nur private Haushalte, sondern auch den öffentlichen Nahverkehr und kleine Betriebe spürbar belasten können.

Die Zahlen verdeutlichen: Haushalte und regionale Anbieter in Rheinland-Pfalz stehen vor der Herausforderung, steigende Energie- und Rohstoffkosten in ihren Budgets zu bewältigen, ohne dass das Angebot und die Versorgung leidet.

Bericht aus Rheinland-Pfalz, Stand: 30.03.2026

Der Bericht stützt eine Nachricht von: tagesschau.de

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