Windpark im Rammert: Drei Standorte gestrichen, zehn Anlagen weiter im Rennen
Drei Standorte gestrichen, zehn bleiben im Plan
Die Stadt Tübingen und die Stadtwerke arbeiten an einem Windpark im Waldgebiet Rammert zwischen Weilheim und Dußlingen. Aus einem ursprünglichen Konzept mit 13 geplanten Anlagen sind nun drei Standorte bei Weilheim endgültig ausgeschlossen worden. Neue Gutachten hätten ergeben, dass dort zu wenig Wind weht und zugleich geschützte Arten gefährdet würden, so die Projektverantwortlichen.
Projektleiter Julian Klett erklärte, die Gutachten zeigten Belastungen für Arten wie Rotmilan, Haselmaus und Gelbbauchunke. Zusätzliche Schutzmaßnahmen hätten den Betrieb an diesen Stellen wirtschaftlich untragbar gemacht, deshalb fielen die Standorte WEA 9, 10 und 12 aus dem Konzept. Die verbleibenden zehn Standorte gelten nach Aussage der Stadtwerke weiterhin als vertretbar, sofern Auflagen eingehalten und ergänzende Untersuchungen angepasst werden.
Naturschutz, Technik und Wirtschaftlichkeit im Dreiklang
Die Diskussion um den Windpark konzentriert sich auf drei Fragen: Naturschutz, ausreichende Windverhältnisse und die ökonomische Tragfähigkeit. Neben Artengutachten wurden Schall- und Schattengutachten in Auftrag gegeben. Dort, wo Richtwerte überschritten werden, sind zeitliche Drosselungen der Anlagen oder Abschaltmechanismen als mögliche Lösungen vorgesehen.
- Artenschutz: Abschaltlogiken für Fledermäuse, Umsiedlungsoptionen für Amphibien und weitere Schutzvorkehrungen
- Technik: Prüfung von Windhöffigkeit und Ertragsprognosen an den verbleibenden Standorten
- Wirtschaftlichkeit: Endgültige Rentabilitätsprüfung und Klärung von Fördermitteln
Die Stadtwerke betonen, dass sich das Projekt nur lohne, wenn es wirtschaftlich sei. Nach den vorliegenden Gutachten könnte jede der zehn verbliebenen Anlagen etwa 12 000 Personen mit Strom versorgen, damit rechnen die Betreiber pro Anlage mit rund 3 000 Haushalten und vier Personen je Haushalt. Diese Zahl wurde nachträglich korrigiert und ersetzt eine frühere, falsche Angabe.
Proteste und Bürgerdialog bleiben intensiv
Der Informationsabend in der Rammerthalle in Weilheim war gut besucht und verlief kontrovers. Während manche Anwohner und Naturschützer die geplanten Schutzmaßnahmen als unzureichend bewerteten, sprachen sich andere für den Ausbau erneuerbarer Energien und die Bürgerbeteiligung aus. Oberbürgermeister Boris Palmer betonte bei der Veranstaltung: «Demokratie heißt auch, dass ich mich der Mehrheit beuge.»
Die nächsten Schritte bis zur möglichen Genehmigung sind klar umrissen: Anpassung und Ergänzung der Gutachten, Klärung von Förderfragen und eine finale Prüfung der Wirtschaftlichkeit. Im besten Szenario könnte der Windpark 2028 in Betrieb gehen, so die Stadtwerke.
Der Regionalverband Neckar-Alb hatte bereits mit großer Mehrheit für den Teilregionalplan Windenergie gestimmt und damit Flächen wie den Rammert grundsätzlich freigegeben. Dennoch bleibt der Weg bis zur endgültigen Genehmigung lang und von öffentlichen Debatten begleitet.

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