2G Energy liefert 275 MW für US-KI-Rechenzentren und baut Produktion in Heek aus
2G sichert dezentrale Stromkapazität für KI-Rechenzentren
Heek - Der dramatisch steigende Strombedarf von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz zwingt Betreiber zu neuen Lösungen jenseits herkömmlicher Netzanschlüsse. Die 2G Energy AG hat einen Großauftrag des US-Anbieters Energy Vault erhalten: Stromerzeugungsanlagen mit einer kumulierten Leistung von 275 MW, ausgeliefert in containerisierter, schlüsselfertiger Bauweise.
Laut Internationaler Energieagentur (IEA) könnte der Stromverbrauch von Rechenzentren global von 485 TWh im Jahr 2025 auf rund 950 TWh bis 2030 ansteigen. Verzögerte Netzanschlüsse und eingeschränkte Netzkapazitäten machen deshalb dezentrale, vor Ort verfügbare Lösungen attraktiv. 2G liefert die Anlagen für die Energy-Vault-Produkte Powered Land und Powered Shell, die speziell auf den Betrieb von KI-Infrastruktur und Hyperscalern zugeschnitten sind.
Modulare Anlagen, integrierte Speicher und digitale Steuerung
Die gelieferten Einheiten sind containerisierte Stromerzeuger, die in Heek vormontiert und getestet werden. Sie werden mit Batteriespeichern und der Energiemanagement-Software VaultOS kombiniert, um Erzeugung und Speicherung in Echtzeit zu koordinieren. Nach Angaben von Energy Vault dienen die Systeme dazu, Versorgungssicherheit und Netzqualität sicherzustellen und auf hochdynamische Lastwechsel von KI-Servern zu reagieren.
Marco Terruzzin, Chief Revenue Officer von Energy Vault, erläutert: «KI-Infrastrukturen brauchen zuverlässig verfügbare Energie innerhalb von Zeitfenstern, die konventionelle Netzanschlüsse oft nicht leisten können.» 2G-CEO Pablo Hofelich ergänzt, dass standardisierte, schnell einsetzbare Stromerzeugungslösungen den Anforderungen des stark wachsenden Rechenzentrumsmarktes gerecht werden.
Lieferzeitraum, Service und Produktionsausbau
- Auftragsvolumen: 275 MW
- Geplanter Auslieferungszeitraum: Q4 2027 bis Q3 2028
- Leistungen: Lieferung, Inbetriebnahme und langfristige Serviceverträge
Als Reaktion auf die wachsende Nachfrage baut 2G die Fertigung in Heek aus. Eine neue Halle ging Anfang 2026 in Betrieb, ein zweiter Produktionsstandort soll bis Ende 2027 fertiggestellt werden. Die Gruppe sieht in der Kombination aus Vor-Ort-Erzeugung, Speichern und digitalem Energiemanagement einen langfristigen Wachstumsmarkt, vor allem dort, wo Netzinfrastruktur und Genehmigungsprozesse an ihre Grenzen stoßen.
Trend und Bedeutung für die Energieinfrastruktur
Branchenexperten sehen in der Verknüpfung von dezentraler Erzeugung und Energiespeicherung eine zentrale Antwort auf die volatile Lastcharakteristik von KI-Rechenzentren. Lithium-Ionen-Speicher spielen dabei eine Schlüsselrolle, weil Serverlasten laut IEA innerhalb von Sekunden um mehr als 50 Prozent schwanken können. Die Architektur von Energy Vault erlaubt zudem die Integration von Netzstrom und erneuerbaren Quellen, sobald diese verfügbar sind, was den CO2-Fußabdruck der Rechenzentren senken kann.