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88 Prozent für Energieautarkie – Beschäftigungswirkung der Erneuerbaren wird unterschätzt

13. Oktober 2026

Deutliche Mehrheit fordert mehr Unabhängigkeit bei der Energieversorgung

Eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des Ökostromversorgers Green Planet Energy zeigt, dass 88 Prozent der Befragten es für wichtig halten, dass Deutschland sich bei der Energieversorgung möglichst unabhängig von Importen macht. Fast zwei Drittel der Befragten bewerten dieses Ziel sogar als sehr wichtig.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten das Bewusstsein für die Verwundbarkeit durch fossile Energieimporte geschärft, erklärt Sönke Tangermann, Vorstand bei Green Planet Energy. «Steigende Strom- und Heizkosten sowie Rekordpreise an den Tankstellen haben deutlich gemacht, wie stark Abhängigkeit das Portemonnaie belastet. Wind und Sonne müssen wir nicht importieren. Jede Kilowattstunde heimischer Wind- und Solarenergie ersetzt Energieimporte und macht Deutschland krisenfester.»

Die Umfrage offenbart zudem Wissenslücken zur wirtschaftlichen Bedeutung der Branche: Rund 29 Prozent der Teilnehmenden gaben an, nicht zu wissen, wie viele Menschen aktuell in den Erneuerbaren tätig sind. Mehr als die Hälfte unterschätzte die laut Green Planet Energy derzeit rund 436 000 Arbeitsplätze in diesem Bereich. Damit werde die Bedeutung der Erneuerbaren für den Arbeitsmarkt von vielen Menschen unterschätzt.

Eine Szenarioanalyse der Bertelsmann Stiftung vom September 2026 deutet auf weiteres Wachstum hin: Demnach könnte die Branche bis 2035 auf über 707 000 Beschäftigte anwachsen. Vor diesem Hintergrund forderte Green Planet Energy auf einer Energiewende-Demonstration am 9. Oktober in Berlin den Bundestag auf, die Ausbaupolitik nicht zu gefährden. Konkret warnte das Unternehmen davor, dass das geplante Netzpaket neue Risiken für Wind- und Solarprojekte schaffen und dadurch Investitionen, Arbeitsplätze und industrielle Wertschöpfung gefährden könne.

Tangermann macht einen zusätzlichen ökonomischen Vergleich: «Für Öl und Gas fließen dagegen jedes Jahr 81 Milliarden Euro ins Ausland und stärken häufig auch autoritäre Regime.» Seine Schlussfolgerung ist klar: Wer die Rahmenbedingungen für Erneuerbare schwächt, setzt nicht nur Klimaziele aufs Spiel, sondern riskiert auch Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stabilität.

Die Umfrage und die Debatte zeigen, dass Energiepolitik zunehmend als Sicherheits- und Wirtschaftspolitik wahrgenommen wird. Eine Politik, die Ausbauhemmnisse abbaut und zugleich die lokale Wertschöpfung stärkt, könnte demnach nicht nur CO2 einsparen, sondern auch neue Jobs schaffen und die Abhängigkeit von externen Energiequellen reduzieren.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: photon.info
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