Brückenbauer der Energiewende: Niklas Feierabend bei der dena
Kommunikation bringt Klima-Innovationen in die Praxis
Niklas Feierabend leitet bei der Deutschen Energie-Agentur (dena) die Kommunikation der Innovationsplattform «Start Up Energy Transition». Die Initiative zeichnet jährlich 100 Climate-Tech- und Energiewende-Start-ups weltweit aus und vernetzt Gründerinnen und Gründer mit Entscheidern aus Politik, Wirtschaft und Finanzierung. Feierabend versteht seinen Job als Brücke: Er schafft Öffentlichkeit und Verbindungen, damit aus Ideen konkrete Transformationsprojekte werden.
Seine Arbeit beschreibt er so: Er gibt internationalen Start-ups eine Bühne und agiert bewusst zwischen den Stühlen von Politik und Wirtschaft, um als Ansprechpartner Missverständnisse zu reduzieren und Kooperationen möglich zu machen. Besonders motiviert ihn, wenn Programme Gründungen so stärken, dass aus Pitch-Decks ernstzunehmende Industriepartner und reale Projekte werden.
Pragmatisch, klar und vernetzt
Wenn es brenzlig wird, greift Feierabend zum Telefon. In Situationen, in denen Politik und Industrie mit völlig unterschiedlichen Erwartungen in ein Projekt gehen, wirkt ein ehrliches Gespräch oft besser als endlose E-Mail-Verläufe. Für ihn gehört zur Kernarbeit Übersetzungskompetenz: Fachjargon aus Technologie, Politik und Wirtschaft so zu erklären, dass Menschen nachvollziehen können, warum Entscheidungen getroffen werden und welchen Nutzen sie bringen.
Wesentliche Fähigkeiten in der Kommunikation sind für ihn zudem strategisches Urteilsvermögen und Resilienz. Haltung zeigen, wenn Debatten in Polemik ausarten, und zugleich sachlich bleiben, ohne zynisch zu werden, nennt er als zentrale Tugenden.
Warum Energiepolitik wichtig ist
Feierabend gibt zu, dass er die Bedeutung der Energiepolitik früher unterschätzt hat. Heute sieht er sie als Fundament einer funktionierenden Gesellschaft, besonders in Zeiten multipler Krisen. Transformation bedeutet für ihn Überzeugungsarbeit: Skeptische Menschen abzuholen und zu zeigen, dass viele bereits verfügbare Lösungen zur Klimaneutralität bessere Alternativen zum Status quo bieten, wenn sie Unterstützung und Skalierung erhalten.
KI als Helfer in Routinen
Künstliche Intelligenz nutzt sein Team vor allem zur Prozessoptimierung. Ein selbst entwickeltes Medienmonitoring-Tool liefert automatisiert wöchentliche Zusammenfassungen zu rund 1.000 Start-ups. KI übernimmt Clustering, Recherche und Trendbeobachtung, während Beziehungsarbeit und Vertrauen beim Menschen bleiben sollten.
Medienkritik und Einstiegstipps
An der medialen Berichterstattung stört ihn das Übergewicht negativer Narrative. In Bereichen wie zirkulärem Bauen, Chemie-Recycling oder CO₂-neutraler Industrieprozesse fehle oft die positive Sicht auf Lösungen und Chancen. Sein Rat für Einsteigerinnen und Einsteiger in der PR: Erstens das Handwerk lernen, zum Beispiel gute Pressemitteilungen schreiben. Zweitens strategisches Urteilsvermögen zeigen und die richtigen Ansprechpartner im passenden Kontext pitchen. Wer zusätzlich KI sinnvoll in Arbeitsprozesse integriert, bleibt dauerhaft gefragt.
Die Fragen wurden schriftlich beantwortet. Dieser Beitrag erschien zuerst in der gedruckten Ausgabe #Community.