DAX dreht nach stürmischem Start in kräftige Erholung — Entspannung nach US-Ankündigung sorgt für Rally
DAX schließt nach Achterbahntag deutlich im Plus — Erleichterung nach Ankündigung aus Washington
Frankfurt — Der deutsche Leitindex lieferte am Montag eine dramatische Schwankungsfolge: Nach einem steilen Minus zur Eröffnung sorgte die Ankündigung aus Washington für eine spürbare Erholungsrally. Marktteilnehmer reagierten erleichtert, blieben aber zugleich vorsichtig angesichts weiter bestehender geopolitischer Risiken.
Zum Handelsstart stand der DAX deutlich tiefer und fiel zunächst um rund 1,94 Prozent auf 21.946,95 Punkte. In der Folge löste US-Präsident Donald Trump mit der Mitteilung, Angriffe auf iranische Energieanlagen vorerst auszusetzen, eine kräftige Gegenbewegung aus. Zeitweise stieg der Index um mehr als drei Prozent und kletterte damit über die psychologische Marke von 23.000 Punkten. Zum Schluss schloss der DAX 1,22 Prozent fester bei 22.653,86 Punkten.
Politische Entspannung treibt Kurse — Analysten mahnen zur Vorsicht
Die Marktreaktion spiegelte eine klassische Erleichterungsrally wider. Investoren setzten kurzfristig auf die Aussicht auf eine Entspannung im Nahen Osten und reagierten mit deutlichen Käufen, insbesondere in den zyklischen Sektoren. Doch mehrere Marktbeobachter warnten davor, die Situation als dauerhaft stabil zu bewerten.
Der Marktanalyst Timo Emden bezeichnete die Ankündigung als «Balsam für die Märkte» und nannte sie eine «Beruhigungspille auf Zeit». Er erinnerte daran, dass aufgeschobene Maßnahmen nicht gleichbedeutend mit einem dauerhaften Ende des Konflikts seien. Portfoliomanager Thomas Altmann warnte, die Lage bleibe unsicher, da weder das Ausmaß möglicher Vergeltungsmaßnahmen noch die weiteren politischen Schritte absehbar seien.
Rohstoffe und Zinsen bleiben Belastungsfaktoren
Der Ölpreis reagierte bereits in den vergangenen Wochen sensibel auf die Eskalation und zeigte sich weiter erhöht, wenngleich das jüngste Hoch wieder etwas zurückgenommen wurde. Hohe Energiepreise belasten Wachstumserwartungen und üben Druck auf die Unternehmensgewinne aus. Marktstratege Stephen Innes betonte, dass die Länge des Konflikts das Risiko einer nachhaltigen Störung der Lieferwege erhöhe und damit das wirtschaftliche Umfeld belastet.
Zusätzlich schlägt die Kombination aus fallenden Aktienkursen, steigenden Anleiherenditen und einem robusten Goldpreis aufs Gemüt der Anleger: Es findet kaum eine gesunde Umschichtung statt, sondern vornehmlich Kapitalabfluss in sichere Häfen. Das erhöht den Druck auf Notenbanken, auf die Entwicklung zu reagieren.
Blick nach vorn
Der DAX bleibt volatil und politisch gesteuerte Nachrichten werden die kurzen Schwankungen weiter befeuern. Für Anleger bedeutet das: Chancen bestehen, doch sollten sie sich nicht von einer kurzfristigen Erholungsbewegung blenden lassen. Die fundamentalen und geopolitischen Risiken sind anhaltend und könnten die bereits erzielten Gewinne rasch wieder infrage stellen.
Redaktionelle Mitarbeit: dpa-AFX, Dow Jones Newswires

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