Energie Scouts der IHK Nord Westfalen: Zwei prägende Ausbildungsprojekte teilen sich den ersten Platz
Auszubildende senken Energieverbrauch und sichern sich gemeinsame Auszeichnung
Münster - Beim Abschluss des Energie Scouts-Programms der IHK Nord Westfalen standen zwei Nachwuchsprojekte gleichauf an der Spitze. Die Teams von Windmöller & Hölscher aus Lengerich und Hamburger Rieger aus Gelsenkirchen überzeugten die Jury mit praktischen Lösungen, die sowohl Klima wie auch Kosten entlasten.
Die Auszubildenden von Windmöller & Hölscher entwickeln ein betriebliches Recyclingkonzept und führen den sogenannten Award der goldenen Mülltonne ein, um die Belegschaft aktiv in die Vermeidung und Trennung von Abfällen einzubinden. Das Projekt zielt darauf, wertvolle Rohstoffe wie Holz, Metall und Folien besser zu verwerten und die Recyclingquote nachhaltig zu steigern.
Das Team von Hamburger Rieger setzte sich mit einer technischen Lösung gegen die Konkurrenz durch: Statt Dauerbeleuchtung sollen in einer Papierlagerhalle 169 Lampen künftig über Wärme- und Bewegungssensoren gesteuert werden. Nach Berechnungen spart die Maßnahme fast 60 000 Kilogramm CO2 pro Jahr und reduziert den Stromverbrauch deutlich, bei jährlichen Einsparungen von mehr als 40 000 Euro.
Bei der Preisverleihung in Münster gratulierten IHK-Referent Thorsten Hahn und Jurymitglied Per Wasner von der Initiative In|du|strie den prämierten Teams. Beide Gewinner reisen als Hauptgewinner zur Bundesbestenehrung der Deutschen Industrie- und Handelskammer am 12. Juni nach Berlin.
Praxisnähe und Zusatzqualifikation im Fokus
Eckhard Göske, Abteilungsleiter Industrie bei der IHK Nord Westfalen, lobte das Engagement der Betriebe und ihrer Auszubildenden. Die Teilnahme am Programm sei ein wertvoller Baustein neben der regulären Ausbildung und eröffne den Jugendlichen zusätzliche Qualifikationen, die im Berufsleben hilfreich seien.
In diesem Durchgang präsentierten 22 Auszubildende aus acht Unternehmen ihre Projekte vor einer Fachjury. In drei vorbereitenden Workshops hatten sie Grundlagen zu Energie- und Ressourceneffizienz sowie Präsentationstechniken vermittelt bekommen. Für die praktische Arbeit stand unter anderem ein Messkoffer mit Wärmebildkamera, Luxmeter und Druckluftmessgerät zur Verfügung.
Weitere vorgestellte Maßnahmen reichen von verbesserten Heiz- und Lüftungslösungen über die Umstellung von Batterietechnologien bis hin zu optimierter Beleuchtungssteuerung. Beispiele sind ein Deckenventilator-Konzept zur besseren Verteilung von Heizluft in Werkstätten, die Reduktion der Motorleistung einer Vakuumpumpe, Überlegungen zu Wärmepumpen statt alter Kessel bei Caravan-Herstellern sowie Photovoltaik-Projekte im Lebensmittelgroßhandel.
Bewertung nach Effizienz und Umsetzbarkeit
Die Jury, bestehend aus Experten des IHK-Unternehmensnetzwerks Klimaschutz, der Initiative In|du|strie, der Handwerkskammer Münster, der Effizienzagentur NRW und NRW.Energy4Climate, bewertete die Beiträge nach erwarteter Energie- und Ressourcenersparnis, CO2-Reduktion, Investitionskosten, Amortisationsdauer sowie Präsentation. Thorsten Hahn betonte, dass Energie- und Ressourceneffizienz für viele Betriebe weiterhin zentrale Themen bleiben.
Die IHK Nord Westfalen will das Programm Energie Scouts Nord Westfalen in Kooperation mit der Initiative In|du|strie und dem Unternehmensnetzwerk Klimaschutz fortsetzen. Teilnehmer dieses Jahr waren Dyckerhoff GmbH, Hamburger Rieger Gelsenkirchen GmbH, RENK GmbH Werk Rheine, wedi GmbH, Windmöller & Hölscher Academy GmbH, LMC Caravan GmbH & Co. KG, Einrichtungshaus Ostermann GmbH & Co. KG sowie Handelshof Köln mit seiner Betriebsstätte in Bocholt.

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