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Großkraftwerk Mannheim beantragt Stilllegung von Block 6

10. Juni 2026

GKM meldet ältesten Block zur Stilllegung an

Die Grosskraftwerk Mannheim AG hat die Stilllegung von Block 6 zum 1. Mai 2027 bei der Bundesnetzagentur und beim Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW angemeldet. Das Unternehmen begründet den Schritt mit mangelnder Wirtschaftlichkeit und geringer Auslastung. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei TransnetBW, das die Prüfschritte für eine Außerkraftsetzung festlegt.

Technische Hintergründe und Bedeutung für die Fernwärme

Block 6 ging 1975 als Gas- und Ölblock ans Netz und wurde 2005 auf Kohlefeuerung umgerüstet. Mit einer Bruttoleistung von rund 280 MW lieferte die Anlage vor allem Wärme für das Fernwärmenetz der Metropolregion Rhein‑Neckar. In den vergangenen Jahren wurde Block 6 nur noch sporadisch betrieben; bereits die Blöcke 7 und 8 dienen heute nur noch als Netz- oder Winterreserve.

  • Inbetriebnahme: 1975, Umrüstung auf Kohle: 2005
  • Leistung: etwa 280 MW Brutto
  • Aktueller Einsatz: Fernwärmeversorgung, zuletzt geringe Nutzung
  • Zukünftiger Status: Anmeldung zur Stilllegung mit möglicher Einstufung als Netzreserve

Die Grosskraftwerk Mannheim AG betont, dass die Versorgungssicherheit anderweitig sichergestellt werden könne. Sollte TransnetBW Block 6 als systemrelevant einstufen, könnte die Anlage weiterhin als Netzreserve verfügbar bleiben und bei Bedarf hochgefahren werden.

Strategie und Energiewende

Die Entscheidung fiel in enger Abstimmung mit den Anteilseignern RWE, EnBW und MVV und wird von der Gesellschaft als weiterer Schritt der geplanten Energiewende beschrieben. Die MVV verfolgt das Ziel, die Fernwärme in Mannheim und der Region bis 2030 vollständig klimafreundlich zu erzeugen. Dafür sind laut MVV unter anderem große Flusswärmepumpen und Geothermieprojekte vorgesehen; langfristig soll ein Mix regionaler Wärmequellen die fossilen Blockheizwerke ersetzen.

Ausblick

Im GKM bleiben damit künftig nur noch die modernsten Anlagen im Dauerbetrieb. Block 9, der 2015 in Betrieb genommen wurde, soll die aktive Strom- und Wärmeversorgung dominieren. Für die Bevölkerung in Mannheim und die kommunalen Betreiber ist nun entscheidend, wie TransnetBW die Anmeldung bewertet. Ein klarer Beschluss steht noch aus; die technische und regulatorische Prüfung wird über den weiteren Fahrplan entscheiden.

Hintergrund: Die Grosskraftwerk Mannheim AG betreibt seit den 1920er Jahren einen der größten Energiestandorte in Baden-Württemberg. Die aktuellen Umstellungen spiegeln den Transformationsdruck der Branche und die regionale Strategie für klimafreundliche Fernwärme wider.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: swr.de
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