Mit 154 Millionen Euro zur Serienfertigung: Reverion plant 800 Arbeitsplätze in neuer Fabrik
Finanzspritze ebnet Weg zur Großserienproduktion
Das bayerische Startup Reverion hat 175 Millionen US-Dollar erhalten, rund 154 Millionen Euro, und will mit dem Kapital eine Fabrik für Serienfertigung seiner Hochtemperatur-Brennstoffzellen bauen. Das Unternehmen spricht von bis zu 800 neuen Arbeitsplätzen, die durch die neue Anlage entstehen sollen.
Investiert haben unter anderem der Deeptech- und Klimafonds Kembara, die Allianz, KfW Capital, Aurum Impact und Carbon Equity. Mit dem Geld soll die Produktion vom derzeitigen Kleinmaßstab am Firmensitz in Eresing auf industrielle Stückzahlen hochgefahren werden.
Effiziente, reversible Brennstoffzelle als Kerntechnik
Reverion setzt auf großformatige Module, etwa in Containergröße, die Gas ohne klassische Verbrennung in Strom verwandeln. Das Unternehmen bezeichnet seine Anlage als eines der effizientesten thermischen Kraftwerke, mit einer Energieumwandlung von bis zu 74,2 Prozent. Außerdem sind die Module reversibel: Sie können Strom in Gas zurückwandeln und damit überschüssige erneuerbare Energie speichern.
Standortsuche und Fertigungsprofil
Konkrete Pläne für den neuen Fabrikstandort gibt es noch nicht. Reverion sucht nach Flächen mit guter Infrastruktur, Strom- und Gasanschluss sowie Fachkräften; insgesamt werden rund 100 000 Quadratmeter Fläche genannt, davon etwa 30 000 Quadratmeter für Hallenbau. Die Firma betont, dass Europa im Fokus steht und Produktionsstandorte außerhalb Europas derzeit nicht geplant sind.
Jobs, Recruiting und Unternehmenskultur
Für die Serienfertigung werden vor allem Monteure, Schweißer und Elektriker sowie Verwaltungs- und Logistikpersonal benötigt. Um diese Zielgruppe gezielt anzusprechen, hat Reverion eine HR-Stelle mit Fokus auf gewerbliche Fachkräfte ausgeschrieben. Beim Recruiting setzt das Unternehmen auf transparente Prozesse und eine ausgewogene Altersstruktur, um Erfahrung und junge Dynamik zu verbinden.
Reverion-CEO und Mitgründer Stephan Herrmann sagt dazu: «Was die Welt braucht, ist sauberer Strom auf Abruf.» Laut Herrnmann legt die abgeschlossene Series-B-Runde den Grundstein für die industrielle Großserienfertigung, eine mögliche Ausweitung der Kapazitäten hänge aber von weiteren Finanzierungsrunden ab.
Bedeutung für Energiewende und Industrie
Die geplante Fabrik wäre ein seltenes Beispiel dafür, dass in Europa wieder Arbeitsplätze in der Fertigung geschaffen werden. Wenn die Technologie im großen Maßstab funktioniert, könnte sie Versorgungslücken schließen, die durch die schwankende Verfügbarkeit von Wind und Solar entstehen, und zugleich Produktion zurück nach Europa bringen.