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MVV kritisiert Gebäudemodernisierungsgesetz und bemängelt mangelnde Planungssicherheit

10. Oktober 2026

MVV fordert klare Weichen für die Wärmewende

Der Bundestag hat das Gebäudemodernisierungsgesetz beschlossen und erlaubt damit erneut den Einbau neuer Gas- und Ölheizungen. Die Bundesregierung setzt zugleich auf die schrittweise Beimischung von Biogas und Bioöl, deren konkrete Ausgestaltung jedoch erst im Herbst geregelt werden soll.

Der Mannheimer Energieversorger MVV zeigt sich enttäuscht: Das Unternehmen hatte sich deutlich weitreichendere Vorgaben erhofft, vor allem zur Vorbereitung des Gasnetzes auf die Energie- und Wasserstoffwende. Die MVV kritisiert, dass die verspäteten Detailregelungen den Netzbetreibern und Verbrauchern Planungsunsicherheit bringen und die Transformation ineffizient gestalten könnten.

MVV-Vorstandsvorsitzender Gabriël Clemens bringt die Haltung seines Unternehmens auf den Punkt: «Fossile Brennstoffe in den Heizungskellern sind ein Auslaufmodell». Für Clemens sind Fernwärme und Wärmepumpen die zentralen Wärmequellen der Zukunft; grüne Gase beträfen zwar die Diskussion, würden aber ein erhebliches Kostenrisiko bergen.

Um die Fernwärmeversorgung auszubauen, investiert die MVV auf dem Gelände des Großkraftwerks am Neckar in zwei große Flusswärmepumpen. Die Umrüstung des Kraftwerks, der schrittweise Abbau der letzten Kohleblöcke und die veranschlagten Investitionen von rund 200 Millionen Euro sollen zeigen, wie der Weg von fossiler zu klimafreundlicher Energieausbeute gelingen kann. Ein Teil der Kosten wird vom Bund getragen.

Gleichzeitig bereitet sich die MVV auf einen schrittweisen Gasausstieg vor und plant Stilllegungen von Netzteilen. Verbraucherinnen und Verbraucher, die jetzt über einen Heizungstausch nachdenken, rät das Unternehmen zu unabhängiger und umfassender Beratung, um Risiken und Fördermöglichkeiten abzuwägen.

Unabhängig von den Mannheimer Vorhaben gibt es in der Region weiterhin Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Obrigheim. Dessen Betreiber betonen jedoch, dass das Projekt der kurzfristigen Versorgungssicherheit dienen und mittelfristig auf Wasserstoff umgestellt werden soll.

Die Debatte zeigt: Der gesetzliche Rahmen steht zwar, viele praktische Entscheidungen aber liegen noch in der Zukunft. Für Versorger, Netzbetreiber und Verbraucher bleibt damit die Aufgabe, den Übergang so zu gestalten, dass er verlässlich, bezahlbar und klimagerecht gelingt.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: swr.de
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