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Nel präsentiert modulare Elektrolyseur-Plattform und verspricht drastische Kostensenkungen

09. Mai 2026

Neue Elektrolyseur-Plattform soll Kosten und Komplexität großer Wasserstoffprojekte deutlich senken

Oslo — Der norwegische Wasserstoffspezialist Nel ASA hat eine neue Generation druckbetriebener alkalischer Elektrolyseure vorgestellt, die nach Unternehmensangaben die industrielle Produktion von grünem Wasserstoff wirtschaftlicher und einfacher skalierbar machen soll. Nach mehr als acht Jahren Entwicklung und umfangreichen Tests am Standort Herøya sei die Technologie nun marktreif.

Nel adressiert mit der Plattform zwei zentrale Hemmnisse großer Wasserstoffprojekte: hohe Investitionskosten und lange Umsetzungszeiten. Für eine schlüsselfertige 25‑MW‑Anlage nennt das Unternehmen Gesamtkosten von unter 1 450 US-Dollar pro Kilowatt. Zum Vergleich: Viele bestehende Großprojekte lägen derzeit bei Systemkosten von bis zu 3 000 US-Dollar pro Kilowatt. Nel schätzt, die neue Lösung könne die Investitionskosten gegenüber gängigen Marktstandards um 40 bis 60 Prozent reduzieren.

Modulares Konzept reduziert Planung und Bauaufwand

Die Plattform basiert auf einem vollständig modularen Systemdesign mit vormontierten und getesteten Standardmodulen. Dadurch sinke der Bedarf an individueller Projektplanung, so Nel. Die Elektrolyseure arbeiten mit einem Betriebsdruck von 15 bar, wodurch zusätzlicher Aufwand für Wasserstoffkompression entfalle und die Energieeffizienz verbessert werde. Das System sei zudem für die Außenaufstellung konzipiert, was Infrastruktur‑ und Baukosten weiter mindern soll.

Wachsender Markt für CO2‑armen Wasserstoff

Unternehmenschef Håkon Volldal betont die strategische Bedeutung von Wasserstoff für Industrie und Energiesysteme und erklärt: «Die Plattform macht erneuerbaren Wasserstoff einfacher skalierbar, flexibler und wettbewerbsfähiger.» Nel sieht vor allem Nachfrage aus der Ammoniak‑ und Methanolproduktion, Raffinerien, der Stahlindustrie sowie für nachhaltige Flugkraftstoffe. Zugleich werde Wasserstoff als Langzeitspeicher und zur Netzstabilisierung an Bedeutung gewinnen.

Industrialisierung und EU‑Förderung

Parallel zur Markteinführung plant Nel den Ausbau der Produktion am Standort Herøya. Nach einer Investitionsentscheidung Ende 2025 sei zunächst eine Produktionskapazität von bis zu 1 GW pro Jahr vorgesehen, langfristig strebe das Unternehmen bis zu 4 GW jährlich an. Die Industrialisierung werde durch Mittel des EU‑Innovationsfonds unterstützt: Bis zu 135 Millionen Euro Förderung sollen nach Angaben des Unternehmens bis zu 60 Prozent der förderfähigen Investitionskosten abdecken und die Markteinführung beschleunigen.

Die Ankündigung dürfte in der Branche Erwartungen an sinkende Einstiegshürden für große grüne Wasserstoffprojekte schüren. Kritiker und unabhängige Experten werden den Praxisbetrieb und die tatsächlichen Kostenentwicklungen genau beobachten, sobald erste Großprojekte mit der neuen Plattform realisiert werden.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: energiefirmen.de

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