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Sabotageverdacht nach Angriffen auf Umspannwerke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen

07. September 2026

Gezielte Angriffe auf Infrastruktur gefährden die Stromversorgung und zeigen auffällige Parallelen

Ermittler prüfen nach zwei aufeinanderfolgenden Vorfällen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen ein mögliches Netz von Saboteuren. In Südbrandenburg und bei Bergheim nahe Köln hatten Unbekannte offenbar gezielt Vorrichtungen eingesetzt, um Hochspannungsleitungen zu beschädigen und so Kurzschlüsse auszulösen.

In Nordrhein-Westfalen fanden Einsatzkräfte in einem Maisfeld bei Bergheim sechs selbstgebaute Abschussvorrichtungen. Nach Angaben der Ermittler waren diese so konstruiert, dass mit pyrotechnischen Mitteln leitfähige Drähte über die Oberleitungen gezogen werden konnten. Durch die Störung mussten mehrere Kraftwerksblöcke vom Netz genommen werden; zeitweise lagen fünf Braunkohleblöcke still, drei davon konnten inzwischen wieder hochgefahren werden, wie RWE Power mitteilte.

Nur wenige Stunden zuvor hatten die Behörden in Südbrandenburg bei Turnow-Preilack ähnliche Schäden an der Strominfrastruktur festgestellt. Dort wurden nach Angaben der Polizei mehrere raketenähnliche Flugkörper mit leitfähigem Material in Richtung Höchstspannungsleitungen gelenkt. In beiden Regionen wurden Hinweise auf pyrotechnische Gegenstände und Abschussvorrichtungen entdeckt, die möglicherweise bereits länger deponiert waren.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul warnte eindringlich vor den Folgen solcher Angriffe: «Wer da rangeht, greift unser Land an.» Die Ermittler arbeiten länderübergreifend zusammen und prüfen sowohl fremdstaatliche Einflüsse als auch mögliche Verbindungen zur linksextremistischen Szene. Auch ein Brandanschlag auf ein Umspannwerk in Reutlingen im Juni, der tausende Haushalte zeitweise ohne Strom ließ, wird nun erneut in die Ermittlungen einbezogen.

Konkrete Stromausfälle auf breiter Ebene blieben bislang aus; die Netzstabilität sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen, versicherte der Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Gleichwohl zeigen die Vorfälle, wie verletzlich kritische Infrastruktur ist, und lösen Forderungen nach besseren Schutzmaßnahmen und verstärktem Informationsaustausch zwischen den Ländern aus.

Die Ermittlungen sind noch offen. Staatsanwaltschaft und Landeskriminalämter führen Spurenauswertungen und technische Untersuchungen durch, um Motiv und Täterkreis zu klären. Bis dahin bleibt die Lage angespannt, und die Behörden appellieren an die Bevölkerung, Beobachtungen in der Nähe von Umspannwerken und Höchstspannungsleitungen umgehend zu melden.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: lz.de
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