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Stadtwerke stoppen Fernwärme in Göttinger Wohnblock — Hunderte Mieter ohne Heizung und Warmwasser

31. August 2026

Versorgung mit Wärme und Warmwasser wegen unbezahlter Rechnungen eingestellt

In Göttingen haben die Stadtwerke die Lieferung von Fernwärme zu einer problematischen Wohnanlage in der Groner Landstraße eingestellt. Der Schritt sei notwendig geworden, weil die Wohnungseigentümergemeinschaft Rechnungen aus diesem und aus vorangegangenen Jahren nicht beglichen habe, teilte ein Sprecher der Stadtwerke mit. Betroffen sind sowohl die Heizung als auch die Warmwasserbereitung.

Nach Informationen der Redaktion leben derzeit mindestens 300 Menschen in dem Komplex. Einige Mieterinnen und Mieter seien in den vergangenen Monaten bereits ausgezogen. Die Versorgungseinstellung erfolgte am Dienstag; zuvor hatten Stadt und Stadtwerke wiederholt Mahnungen verschickt.

Oberbürgermeisterin Petra Broistedt wandte sich zuletzt in einem Zeitungsinterview an die Eigentümer und appellierte insbesondere an einen Investor, die Sivius GmbH und ihre zur Göttinger Quartiersgesellschaft gehörende Beteiligung. Dieser Mehrheitseigentümer hält nach Angaben der Stadt mehr als 300 der insgesamt 430 Wohnungen und könnte den Forderungen der Stadtwerke zufolge offenbar zur Wiederherstellung der Versorgung beitragen.

Die Sivius GmbH wies Vorwürfe zurück, man weigere sich schlicht, Forderungen zu begleichen. Das Unternehmen erklärte, man habe versucht, die offenen Posten zu übernehmen, stoße aber innerhalb der Wohnungseigentümergemeinschaft auf komplexe Blockaden: Einzelne Eigentümer verlangten nach Darstellung des Investors unrealistische Gegenleistungen oder versuchten, die Situation wirtschaftlich auszuschöpfen. Zugleich betonte die Sivius GmbH, als Mehrheitseigentümer nicht zwangsläufig verpflichtet zu sein, Forderungen einzelner Gläubiger zu übernehmen. Ziel bleibe, die Versorgung schnellstmöglich wiederherzustellen.

Für viele Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet die Lage akute Belastung, vor allem für ältere Menschen, Familien mit Kleinkindern und gesundheitlich vorbelastete Personen. Stadt und Investor stehen nach eigenen Angaben in engem Austausch mit der beauftragten Hausverwaltung. Rechtliche Schritte und weitere Maßnahmen sind nach Berichten möglich, sollten Zahlungen oder alternative Vereinbarungen nicht kurzfristig erfolgen.

Die Stadtverwaltung kündigte an, die Situation weiter zu beobachten und Lösungswege zu prüfen, um eine humanitäre Versorgung sicherzustellen. Bewohnerinnen und Bewohner suchen derweil nach kurzfristigen Hilfsangeboten, etwa durch warme Aufenthaltsangebote bei Nachbarn oder öffentlichen Einrichtungen.

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