Westfalen Weser setzt auf Speicher und Wasserstoff und schafft Hunderte Arbeitsplätze
Westfalen Weser wächst trotz Herausforderungen und investiert in Netze, Speicher und Wasserstoff
Herford. Der regionale Energieversorger Westfalen Weser hat seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt und präsentiert starke Zahlen bei Umsatz, Investitionen und Personalentwicklung. In einer Zeit, in der viele Unternehmen abbauen, meldet Westfalen Weser Wachstum und neue Stellen in Ostwestfalen-Lippe.
Die Konzernumsatzerlöse stiegen auf 1,156 Milliarden Euro, ein Plus von 59 Millionen Euro im Jahresvergleich. Die Investitionen kletterten auf 178,4 Millionen Euro, 25,7 Millionen mehr als im Vorjahr. Parallel dazu wuchs die Belegschaft unter Neueinstellungen um 150 Personen auf nunmehr 1 337 Beschäftigte; darunter rund 100 Auszubildende. An den beiden großen Standorten arbeiten etwa 200 Menschen in Herford und rund 550 in Paderborn.
Die Geschäftsführung betont, dass die Umsetzung der Energiewende die Nachfrage nach Fachkräften weiter antreiben werde. «Die Energiewende gelingt nur, wenn wir sie als Gesamtsystem denken und sektorenübergreifend umsetzen», sagt die Unternehmensleitung und beschreibt damit die strategische Ausrichtung: Strom, Wärme und Verkehr enger zu verzahnen und Netze intelligenter zu nutzen.
Ein zentrales Thema ist die Netzkapazität und die Nachfrageflexibilität privater Verbraucher. Nach Unternehmensangaben könne die Digitalisierung von Verbrauchsgeräten dazu beitragen, Spitzenlasten zu glätten. «Das neue Gold ist Netzkapazität», heißt es in der Bilanzpräsentation. Parallel dazu kritisieren die Geschäftsführer lange Vorlaufzeiten bei Beschaffung und Genehmigungen: Transformatoren würden teilweise fünf Jahre Vorlauf benötigen, Genehmigungen für neue Netze bis zu zehn Jahre.
Konkrete Projekte für die Region
In der Region setzt Westfalen Weser konkrete Bauvorhaben um: In Kirchlengern plant das Unternehmen einen großen Batteriespeicher mit einer Leistungsfähigkeit von rund 180 MW, die Investitionssumme wird mit etwa 60 Millionen Euro angegeben. Der Speicher soll helfen, Schwankungen aus erneuerbaren Erzeugern auszugleichen und könne nach Berechnungen rund 41 000 Haushalte einen Tag lang versorgen.
Auch beim Thema Wasserstoff treibt Westfalen Weser die Aktivitäten voran: Für Lichtenau ist der Baubeginn einer 10 MW-Elektrolyseanlage vorgesehen, die Investition wird mit etwa 30 Millionen Euro beziffert. Grüner Wasserstoff soll dort nach Unternehmensangaben bereits Ende 2027 produziert werden. Zudem beteiligt sich das Unternehmen weiter am Ausbau der Windenergie; bis Ende 2026 seien 36 neue Windräder mit einer Gesamtleistung von 192 MW geplant.
In politischen Debatten um mögliche Alternativen wie die Rückkehr zur Kernenergie zeigen sich die Geschäftsführer skeptisch. In der Branche sehe man dafür keine breite Unterstützung.
Insgesamt vermitteln die Zahlen das Bild eines regional verankerten Unternehmens, das mit gezielten Projekten und steigenden Investitionen die Energiewende in OWL mitgestalten will und dabei zugleich als Arbeitgeber in der Region wächst.