Arbeitsmarkt 2025: Jeder dritte neu ausgeschriebene Job hat grünen Bezug
Green Economy prägt zunehmend den deutschen Arbeitsmarkt
Im Jahr 2025 war rund ein Drittel aller in Deutschland ausgeschriebenen Stellen mit der Green Economy verbunden – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2019, als es noch etwa jede fünfte Stelle war. Besonders ausgeprägt ist der Trend in der Industrie: 44 Prozent der dort 2025 veröffentlichten Stellen wiesen einen Nachhaltigkeitsbezug auf.
Nach Auswertung von Millionen Online-Stellenanzeigen meldet die Green Economy 2,9 Millionen ausgeschriebene Jobs bei insgesamt 9,9 Millionen Stellen im Jahr 2025. Sechs Jahre zuvor lag die Zahl in diesem Bereich noch bei etwa 1,9 Millionen. Damit zeigt sich: Nachhaltigkeit ist nicht länger Nische, sondern wirtschaftlicher Treiber und Beschäftigungsmotor.
Kreislaufwirtschaft führt, Energiewende auf Platz vier
Die Kreislaufwirtschaft stellt mit 15,6 Prozent aller Stellenanzeigen den größten Teil des grünen Arbeitsmarkts. Dazu gehören Aufgaben entlang des gesamten Produktlebenszyklus, von nachhaltigem Design über Reparatur bis zu Wiederaufbereitung und Recycling. Gefolgt wird dieser Bereich von Umwelt- und Verkehrsthemen; erst an vierter Stelle stehen klassische Jobs der Energiewende. Erneuerbare Energien machten 2025 rund 345.000 ausgeschriebene Stellen aus, das entspricht etwa 3,5 Prozent aller Anzeigen.
Die Bertelsmann-Arbeitsmarktexpertin Jana Fingerhut fasst die wirtschaftliche Logik zusammen: «Wenn Energie teuer und Rohstoffe knapp sind, werden Energiesparen und Recycling zu Wettbewerbsvorteilen. Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft senken Kosten und verringern die Abhängigkeit von Importen.»
Industrie braucht Nachhaltigkeitskompetenzen
Der Strukturwandel der Industrie geht Hand in Hand mit einer Verschiebung der Qualifikationsanforderungen. Während 2019 noch ein Drittel der Industriejobs grün waren, sind es 2025 bereits 44 Prozent. Der Bertelsmann-Arbeitsmarktexperte Gunvald Herdin betont: «Grüne Berufe sind Teil der Beschäftigungssicherung im Strukturwandel der Industrie. Wer industrielle Beschäftigung fördern will, muss die Nachhaltigkeitstransformation stärken.»
Regionale Schwerpunkte zeichnen sich ab
Obwohl die Green Economy deutschlandweit verankert ist, zeigen sich regionale Spezialisierungen: Verkehrswende-Jobs werden vor allem in klassischen Automobilregionen im Süden ausgeschrieben, Windenergie dominiert im Norden, Solarprojekte nehmen im Südosten zu. Green Finance und Nachhaltigkeitsberichterstattung konzentrieren sich in Ballungsräumen mit vielen Unternehmenszentralen. Ostdeutsche Kreise stechen durch eine hohe Bedeutung der Kreislaufwirtschaft hervor, was auf langfristigen Strukturwandel und den Ausbau von Forschungsstandorten zurückgeht.
Die Entwicklung macht deutlich, wie sehr politische Entscheidungen, Förderkulissen und geopolitische Krisen die Nachfrage nach grünen Fähigkeiten und Arbeitsplätzen beeinflussen. Unternehmen und Regionen, die in die nachhaltige Transformation investieren, schaffen nicht nur Klimavorteile, sondern auch neue Beschäftigungsperspektiven.

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