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Kürzungen bei Solarförderung bedrohen Zehntausende Arbeitsplätze

15. März 2026

Politische Kürzungen drohen zu einem scharfen Einbruch bei privaten Solardächern

Berlin — Die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die Förderung für neue kleine Photovoltaik-Anlagen abzuschaffen, haben in der Solarbranche Alarm ausgelöst. Branchenvertreter warnen, dass eine Abschaffung der Einspeisevergütung und die geplante Pflicht zur Direktvermarktung die Nachfrage für private Solardächer massiv einbrechen lassen könnte.

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft, rechnet damit, dass sich die jährliche Marktleistung im Heimsegment von derzeit rund 5 Gigawatt auf unter 2 Gigawatt reduzieren könnte. Für die Betriebe in der Branche hätte das gravierende Folgen: Von den heute etwa 100 000 Beschäftigten in der Solarwirtschaft entfällt rund die Hälfte auf das Photovoltaik-Heimsegment. Bei einem vergleichbaren Markteinbruch vor 15 Jahren dauerte es Jahre, bis Handwerksbetriebe wieder in die Solarwirtschaft zurückkehrten.

Direktvermarktung und fehlende Technik als Hemmnisse

Besondere Sorge bereitet dem Verband die geplante Verpflichtung zur Direktvermarktung eingespeisten Solarstroms für kleine Anlagen. Während Direktvermarktung derzeit für größere Gewerbeanlagen ab etwa 100 Kilowatt vorgesehen ist, fehlt es im Heimsegment meist an den technischen Voraussetzungen: der flächendeckende Einbau von digitalen Stromzählern kommt nur schleppend voran, und es ist fraglich, ob Anbieter die ungünstigen kleinen Strommengen ohne Förderung wirtschaftlich vermarkten wollen.

Hinzu kommt die wirtschaftliche Rechnung für Betreiber privater Dachanlagen. Körnig verweist darauf, dass sich neue kleine Anlagen bei sehr günstigen Bedingungen derzeit in etwa zehn Jahren amortisieren. Ohne Einspeisevergütung stiegen die Amortisationszeiten nach seinen Angaben auf mindestens 19 Jahre, selbst bei hohem Eigenverbrauch durch Wärmepumpe, Batteriespeicher und Elektroauto. Für viele Hausbesitzer würde dies ein Ausstiegssignal bedeuten.

Gefährdete Mittelständler und strukturelle Folgen

Die Branche warnt vor einem flächendeckenden Verlust an Knowhow und Handwerkskapazitäten. Kleine und mittelständische Betriebe, die heute vor allem auf Dachanlagen setzen, sehen sich einem Markt gegenüber, der zunehmend von kapitalstarken Großprojekten dominiert wird. Der Wechsel in den Bereich großer, ebenerdig errichteter Solarparks ist für die meisten Handwerksbetriebe kein realistischer Ausweg: Das Segment ist kapitalintensiv und stark umkämpft.

Branchenvertreter fordern deshalb, politische Entscheidungen sorgfältig abzuwägen, um einen erneuten, langwierigen Markteinbruch zu vermeiden, der nicht nur Arbeitsplätze kostet, sondern auch die dezentrale Energiewende ausbremst.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: sueddeutsche.de

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