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Wettlauf ums Landschaftsbild: Alpirsbach ringt mit Stadtwerken um Windrad

29. Mai 2026

Wettlauf um Genehmigung und Regionalplan entscheidet über Windrad

In Alpirsbach im Kreis Freudenstadt wächst der Widerstand gegen ein geplantes Windrad der Stadtwerke Stuttgart auf dem Reutiner Berg. Die Stadtverwaltung und zahlreiche Anwohner befürchten erhebliche Eingriffe ins Landschaftsbild und suchen nun rechtliche und praktische Wege, das Projekt zu verhindern.

Der Regionalverband Nordschwarzwald hat kürzlich einen neuen Teilregionalplan Windenergie beschlossen, in dem der Standort Reutiner Berg nicht vorgesehen ist. Sobald dieser Plan in Kraft tritt, wäre der Bau dort unzulässig. Allerdings liegt das Genehmigungsverfahren für das Vorhaben zeitlich vor dem neuen Regionalplan, sodass beide Seiten in einem engen Zeitfenster miteinander konkurrieren.

Stadtbaumeister Rudolf Müller betont, dass die endgültige Rechtswirkung des Regionalplans noch Monate dauern könne. Zugleich sei die Sorge groß, dass das laufende Genehmigungsverfahren bereits vor einem Inkrafttreten abgeschlossen sein könnte. Die Stadt prüft deshalb alternative Schritte, etwa den Kauf oder die Pacht betroffener Flächen, um den Standortbaurecht zu blockieren.

Die Stadtwerke Stuttgart halten an ihrem Projekt fest und weisen auf unterschiedliche Auffassungen in der Bevölkerung hin. Man wolle Sorgen ernst nehmen und weitere Informationsangebote durchführen. Die ursprünglich angekündigte Teilnahme an einer städtischen Informationsveranstaltung sei abgesagt worden, so die Beteiligten, andere Termine sollen folgen. Geplant ist eine Anlage mit einer Nabenhöhe von 160 Metern und einer Gesamthöhe von 229 Metern, die Strom für rund 3 600 Haushalte liefern soll.

Für Alpirsbach geht es nicht gegen Windkraft an sich, betont Müller, sondern um den konkreten Standort. Viele Bewohner sehen den Reutiner Berg als prägendes Element der Landschaft, das durch einen großmaßstäblichen Rotor nachhaltig verändert würde. Diskussionen um alternative Standorte auf der Gemarkung sind bereits im Raum.

Der Fall steht exemplarisch für die Spannungen beim Ausbau erneuerbarer Energien in Baden-Württemberg: Während das Land den Ausbau von Windenergie vorantreiben will, stoßen Projekte vor Ort oft auf Ablehnung, wenn Natur- und Siedlungsbild betroffen sind. Die Entscheidung in Alpirsbach dürfte daher Signalwirkung für ähnliche Auseinandersetzungen in der Region haben.

Die Stadtverwaltung und die Stadtwerke bereiten sich auf weitere Gespräche vor. Wann der Regionalplan endgültig wirksam wird und ob das Genehmigungsverfahren rechtzeitig abgeschlossen werden kann, wird in den kommenden Wochen die Richtung weisen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: swr.de

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